Wir befinden uns in der Schweiz. Ein Mann wacht eines Morgens mit dem Gedanken auf, die Frau, die er geheiratet hat und welche nun neben ihm liegt, ist nicht seine wahre Ehefrau. Von dieser Idee besessen, stellt er ihr nach, um das Geheimnis, das sie umgibt, zu ergründen.
Auf die Musik trifft das zu, was für viele Soundtracks des Komponisten Vincent Gillioz gilt: ruhig, intim, minimalistisch. Die ganze Musik basiert auf einem Klaviermotiv, das sich als Leitmotiv wie ein roter Faden durch den ganzen Score zieht. Mit einem Klavier und kleinem Orchester in Sofia aufgenommen, schafft der Komponist eine geheimnisvolle Atmosphäre. Langsame Rhythmen symbolisieren das niemals endende Treiben und Nachforschen des Protagonisten. Die CD läuft 52 Minuten und besteht vollständig nur aus Suspensepassagen, doch die sind gut und raffiniert gearbeitet- geschickt eingesetzt ist das Motiv, das ständig auftaucht und leicht variiert wird, manchmal so unscheinbar, dass man es kaum bemerkt.
Es scheint natürlich, dass die unterschwellige Spannung, die Vincent Gillioz hier erzeugt, über eine Laufzeit von 52 Minuten nicht gehalten werden kann. Dafür ist diese Musik auch zu abwechslungsarm, die trübe Atmosphäre bleibt bis zum Ende erhalten, sie erzeugt ein Gefühl des Treibens unter Wasser ohne rechtes Vorwärtskommen. Lässt man sich auf diese Musik ein und hört ihr aufmerksam zu, wird man von dieser langsamen und leisen Musik gefesselt, von dem Motive bezaubert und schnell nicht mehr davon loskommen.
Doch es ist eine kleine Herausforderung, beim ersten Hördurchgang nach zwanzig Minuten nicht verzweifelt aufzugeben, weil man sich langweilt. Je mehr Hördurchgänge man dieser CD schenkt, desto mehr wird sie einen überzeugen können. Das ist das große Talent eines Vincent Gillioz- mit minimalen Mitteln eine maximale Wirkung und Atmosphäre zu schaffen. Das hat er auch hier gut hin bekommen.
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