Donnerstag, 31. Juli 2008

Rezension: God's Waiting List


Ist das Budget für den Film und die Musik sehr klein, muss man erfinderisch sein und sich zu helfen wissen.
Vincent Gillioz arbeitet bevorzugt mit Orchester, dass oft dort die Musik aufnehmen muss, wo es günstiger ist, als in den Vereinigten Staaten. In diesem Fall wurden die orchestralen Teile der Musik in Bulgarien aufgenommen, die Soli für Trompete in einem Studio in den USA und die Mezzo Sopranistin in der Schweiz. Die Elemente wurden später der Orchestermusik hinzugefügt und ergeben zusammen das finale Endprodukt. Ausnahme ist das erste Stück auf der CD. "Rooftop" besteht aus Synthesizern mit Solo Blues für Trompete, ein Titel, der im Film gar nicht auftaucht und erst nachträglich für die Promo- CD entstand.
Für den Low Budget Film "God’s Waiting List" um drei Menschen, die nach schweren Schicksalsschlägen zueinander finden, schuf der Newcomer Gillioz eine triste Atmosphäre. Intime Streicherparts mit synthetischer Unterstützung sind der Teppich für die schüchterne Mezzo- Sopranistin oder die einsame Trompete.
Um an dieser Musik Gefallen zu finden, sollte man Blues und Minimalismus mögen, denn es sind traurige, kurze Klavierstücke, Moll- Akkorde für E- Gitarre und bluesige Soli für Trompete, die den Großteil des Scores ausmachen.
Musik für einen verregneten Herbsttag, Musik, auf die man sich einlassen muss und auf keinen Fall eine Filmmusik, die schnell und leicht ins Ohr geht, sondern subtil den Hörer in eine Welt führt, in der die Hoffnung ausgestorben zu sein scheint.
Ein paar anstrengende Klangcollagen oder endlose Streicherbögen für Bässe helfen auch nicht, dieser Musik einen hohen Unterhaltungswert zuzusprechen, sodass man sich nach einer gewissen Zeit zwingen muss, aufmerksam zuzuhören, dafür ist die Musik zu abwechslungsarm.
Triste Minimalmusik, interessant gemixt und bearbeitet, aber auch eine Herausforderung darstellend, das ganze Album komplett durchzuhören. In Anbetracht des kaum vorhandenen Budgets, hat Gillioz eine gute Lösung für den Film gefunden, doch die ist auf CD gleichzeitig eher schwer konsumierbar. Ein Querschnitt von vielleicht zwanzig Minuten hätte dem Score wohl besser getan. Um einen wirklichen Zugang zur Musik zu bekommen, wird ein Hördurchgang aber auch kaum ausreichen.

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